Studie "Investitionsbedarfe zur Herstellung der Resilienz deutscher Krankenhäuser" / Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V.

Berlin (29. Oktober 2025) – Damit Krankenhäuser die nötige Resilienz für den Verteidigungsfall aufbauen können, sind Investitionen in Höhe von 14 bis 15 Milliarden Euro notwendig. Für den Bündnisfall, also die Verteidigung eines Nato-Mitglieds gegen einen Angriff, liegt der Investitionsbedarf bei 4,9 Milliarden Euro. Zur Abwehr von Cyberangriffen und Sabotageakten in Kliniken werden rund 2,7 Milliarden Euro benötigt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Deutschen Krankenhausgesellschaft e.V. in Berlin, die vom Institute for Health Care Business GmbH (hcb) in Essen und dem Deutschen Krankenhausinstitut e.V. in Düsseldorf durchgeführt wurde.

Die veränderte Sicherheitslage in Europa hat damit weitreichende Auswirkungen auf die Kliniken. Die Studie beziffert sowohl die erforderlichen Investitionen der Krankenhäuser zur Vorbereitung auf die unterschiedlichen Szenarien als auch die jährlichen Betriebskosten. Notwendig sind Maßnahmen zur baulichen, technischen und personellen Resilienz der Krankenhäuser – beispielsweise der Ausbau geschützter Räume, eine sichere Energieversorgung, eine gehärtete IT- und Kommunikationsinfrastruktur, der physische Schutz durch Sicherheitsdienste sowie Schulungen für chirurgisches und traumatologisches Personal.

Laut Studie decken die vorliegenden Krankenhausalarm- und Einsatzpläne (KAEP) zwar zivile Katastrophen ab. Es fehlt aber an Konzepten für militärische Bedrohungen. Erhebliche Schwächen zeigen sich insbesondere in fünf zentralen Bereichen: Beim Personal, bei der Cybersicherheit und physischen Sicherheit, bei der Lagerhaltung für medizinische Vorräte und bei der Vorbereitung auf biologische, chemische und nukleare Bedrohungen. Kurzfristig sollte vor allem die IT- und Kommunikationssicherheit verbessert werden. Langfristig müssen beim Klinikneubau u.a. geschützte unterirdische Operationsbereiche mitgedacht werden.

Download der Studie „Investitionsbedarfe zur Herstellung der Resilienz deutscher Krankenhäuser“: https://www.dkgev.de/fileadmin/default/Mediapool/1_DKG/1.7_Presse/1.7.1_Pressemitteilungen/2025/Studie_Resilienz.pdf

Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V., Berlin