Studie zur Belastung der deutschen Betriebe durch Bürokratie / Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit

Nürnberg (25. Oktober 2025) – Um die gesetzlichen Vorgaben und Dokumentationspflichten in Deutschland zu erfüllen, hat jeder zehnte Betrieb in den letzten drei Jahren mehr Personal benötigt. Das entspricht 325.000 zusätzlich eingestellten Personen nur für die Bewältigung der Bürokratie. 80 Prozent der Betriebe klagen als Folge der Bürokratie über höhere Kosten. 55 Prozent sehen einen Verlust ihrer Produktivität und 15 Prozent erkennen Wettbewerbsnachteile. Das geht aus der Betriebsbefragung 2025 des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit hervor. Hierfür wurden im ersten Quartal 2025 9.209 Betriebe befragt.

Zwei Drittel der Betriebe nennen die Datenschutzgrundverordnung als größte bürokratische Belastung (68 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen die EU-Verordnungen zur IT-Sicherheit (32 Prozent), das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (14 Prozent) und das Energiesicherungsgesetz (12 Prozent). Besonders stark war der Personalaufwuchs für die Bürokratie in Großbetrieben mit mindestens 250 Beschäftigten und mittelgroßen Betrieben mit 50 bis 249 Beschäftigten (je 30 Prozent), etwas weniger stark in Kleinbetrieben mit 10 bis 49 Beschäftigten (16 Prozent) sowie Kleinstbetrieben mit weniger als zehn Beschräftigten (sieben Prozent).

Die Energiewirtschaft hat am häufigsten neues Personal zur Bewältigung der Bürokratie eingestellt (22 Prozent), gefolgt von der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (19 Prozent). Insgesamt bewerten 14 Prozent der Betriebe in Deutschland ihre bürokratische Belastung im Jahr 2025 als sehr hoch. 2022 lag dieser Wert noch bei 4 Prozent. Zur Lösung des Problems schlagen die Autoren der Studie vor, Gesetze und Verordnungen zukünftig zunächst befristet einzusetzen und mit einer ergebnisoffenen Prüfung zu verbinden. Mit einem solchen „Verfallsdatum“ könnte die Politik auf Basis der Überprüfungsergebnisse die weitere Gültigkeit und Ausgestaltung der Regelungen anpassen, so die IAB-Forscher.

Ergebnisse der IAB-Betriebsbefragung 2025 zur Bürokratiebelastung in deutschen Betrieben:
https://iab-forum.de/die-betriebe-mussten-in-den-letzten-drei-jahren-325-000-arbeitskraefte-zusaetzlich-einstellen-um-die-gewachsene-buerokratie-zu-bewaeltigen/

Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg