Broschüre "Handlungsfähigkeit in Krisen stärken: Stellschrauben kommunaler Resilienz" / Quelle: Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH

Berlin (09. November 2025) – Wie können Kommunen – also Kreise und kreisfreie Städte – wesentliche Funktionen der öffentlichen Daseinsvorsorge im Krisen- und Katastrophenfall möglichst lange aufrechterhalten und bei Ausfällen möglichst schnell wiederherstellen? Nach den Ergebnissen des Projektes „PanReflex“ zur Bewältigung der Corona-Pandemie kommt es dabei auf sieben „Stellschrauben“ an: (1) Das kommunale Risiko- und Krisenmanagement sollte als strategische Daueraufgabe verstanden und fest in den kommunalen Verwaltungsstrukturen verankert werden. (2) In der Verwaltung muss die Krisenkompetenz insgesamt gestärkt, ein gemeinsames Krisenbewusstsein gefördert und ein Wissensmanagement zum Sichern des Erfahrungswissens etabliert werden.

(3) Weil fehlende Personalreserven und mangelnde Unterstützungsstrukturen innerhalb der Verwaltung die Leistungsfähigkeit in Krisenzeiten einschränken, sollten Kommunen personelle Krisenreserven aufbauen, Aufgaben für Krisenzeiten klar priorisieren und delegieren. (4) Mit Blick auf die Leistungs- und Belastungsgrenzen der Beschäftigten müssen Führungskräfte die Mitarbeiter in Krisenzeiten psychologisch, organisatorisch und strukturell stärker unterstützen und eine „Kultur der Wertschätzung“ schaffen. (5) Da persönliche Beziehungen und gewachsene Vertrauensnetzwerke ein zentraler Erfolgsfaktor der Krisenbewältigung sind, sollte der Aufbau von internen und externen Netzwerken durch gemeinsame Übungen und Projekte aktiv ermöglicht werden.

(6) Vulnerable Gruppen – also Personen, die in der Krise als besonders schutzbedürftig gelten (z.B. heimbeatmete Personen bei einem Stromausfall) – sollten über ihre Interessenvertretungen in die Krisenstabsarbeit eingebunden und in zentralen Datenbanken erfasst werden. (7) Die Nachbereitung von Krisen muss systematisch erfolgen, um ein Lernen aus den Erfahrungen des Krisenmanagements zu ermöglichen. Das Spektrum möglicher Instrumente reicht von Debriefings über Lessons Learned-Workshops bis hin zu Abschlussberichten. Notwendig ist dafür eine hinreichende Dokumentation der Entscheidungsprozesse bereits während des Krisenmanagements.

Download der Broschüre „Handlungsfähigkeit in Krisen stärken: Stellschrauben kommunaler Resilienz“:
https://www.panreflex.de/html/download.cms?id=49&datei=Defus_Broschuere_Resilienzfaktoren_251020_Druck-49.pdf

Quelle: Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH, Berlin