Kiel (08. Januar 2026) – Krisenstäbe sind das meist genutzte Instrument zur Krisenbewältigung. Auch zahlreiche Normen, Standards und Dienstvorschriften fordern die Einberufung von Stäben im Krisen- und Katastrophenfall. Doch wie sollte die Arbeit in Krisen- und Katastrophenstäben gestaltet werden? Auf welche Probleme trifft die Krisenstabsorganisation in der Praxis und welche Lösungswege haben sich bewährt? Antworten liefert ein neuer Standard. Diesen hat das Krisennavigator – Institut für Krisenforschung, ein Spin-Off der Universität Kiel, gemeinsam mit den Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Krisenmanagement e.V. (DGfKM), dem Berufsverband der Krisenmanager, entwickelt.
Der neue Standard soll Krisen- und Katastrophenmanagern in Unternehmen, Behörden und Verbänden eine niedrigschwellige Orientierungshilfe zur Stabsarbeit bereitstellen. Rechtliche Aspekte werden ausdrücklich nicht erörtert. Der achtseitige Standard erläutert u.a. die Vorbereitung und Strukturen der Stabsarbeit, benennt die Herausforderungen und präsentiert praxiserprobte Hilfsmittel. Ergänzend geben drei Fallbeispiele Einblicke in die Krisenstabsarbeit in einem Wirtschaftsunternehmen (Fressnapf Holding SE), einer Behörde (Stadt Bochum) und einem Verein (SOS-Kinderdorf e.V.).
Erfolgsentscheidend für die Stabsarbeit sind danach insbesondere die Schaffung und Erhaltung eines gemeinsamen Lagebewusstseins, um „vor die Lage“ zu kommen. Wichtig sind hierfür u.a. die Visualisierung der Lage und die Modellierung der Auswirkungen von Entscheidungen – beispielsweise mittels Künstlicher Intelligenz. Der Standard empfiehlt einen situativ-flexiblen Führungsstil. Hierbei führt der Stabsleiter zwar zielorientiert und mit klarem Auftrag, handhabt aber die Rollen und Aufgaben im Stab flexibel, um die individuellen Stärken und Fähigkeiten der Stabsmitglieder bestmöglich nutzen zu können.
Kostenloser Download des Standards (für Mitglieder des Berufsverbandes): https://www.krisenstabsstandard.de
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Krisenmanagement e.V., Kiel
